Staatsministerin Petra Köpping liest in Oschatz

Veröffentlicht am 19.03.2019 in Ankündigungen

Oschatz. Sie ist eine Frau von Format, die weiß, wovon sie redet und sie nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Muss sie auch nicht, denn Petra Köpping hat eine Menge aufzuweisen: Sie war viele Jahre Bürgermeisterin, arbeitete beim Rat des Kreises, war später erfolgreiche Landrätin in Borna, wurde Landtagsabgeordnete und Ministerin.

Wenn Sachsen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration sich zu Wort meldet, dann hat das Hand und Fuß. Petra Köpping beweist dabei auch Scharfsinn, Urteilsvermögen, denn sie weis von ihren Besuchen vor Ort und aus ihrer Arbeit, was die Menschen in Sachsen, im Osten bewegt. So gibt sie Befindlichkeiten Namen, zeigt Ursachen und auch Zusammenhänge auf, warum zum Beispiel Menschen das Vertrauen in die Politik verloren haben. 

Warum sind das Misstrauen und die Distanz zu Demokratie und Politik in Ostdeutschland so groß? Woher kommt all die Wut? Das fragt die sächsische Integrations- und Gleichstellungsministerin Petra Köpping darin. »Integriert doch erst mal uns!« - diesen Satz hat sie in Gesprächen mit Bürgern und Anhängern von Pegida immer wieder vernommen. Anlas, für ein Buch unter dem gleichnamigen Titel, das im vergangenen Jahr im Christoph Links Verlag erschien.

Köpping fordert darin mit Nachdruck eine gesamtdeutsche Aufarbeitung der Nachwendezeit. In den unbewältigten Demütigungen, Kränkungen und Ungerechtigkeiten, in den Lebensbrüchen und Entwurzelungen der 1990er Jahre sieht sie eine wesentliche Ursache des heutigen Dilemmas. Ausführlich geht sie auf viele Probleme ein, die in der damaligen Zeit ausgeblendet oder bewusst verdrängt wurden - von der verfehlten Treuhand-Politik über den Elitenaustausch, die Abwertung von Berufsabschlüssen und den Verlust von Betriebsrenten bis hin zum Generalverdacht politischer Rückständigkeit, weil man in der DDR und damit in einer Diktatur gelebt habe. Entstanden ist eine Streitschrift, in der sie für einen neuen Blick auf die Situation in Ostdeutschland wirbt und konkrete Vorschläge zur Verbesserung des Verhältnisses von Ost und West unterbreitet. 

Mit ihrem Buch "Integriert doch erst mal uns - eine Streitschrift für den Osten" hatte Petra Köpping für Schlagzeilen und Aufsehen gesorgt. Nun kommt sie am 26. März auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung nach Oschatz, um ab 18 Uhr im Thomas-Münzer-Haus daraus zu lesen und anschließend mit den Besuchern zu diskutieren. Moderiert wird die Veranstaltung von Volkmar Winkler, Mitglied des Sächsischen Landtages. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen. Die Buchhandlung Roscher hält das Buch an einem Büchertisch zum Kauf für all jene bereit, in deren Bücherregal es derzeit noch fehlt.